>>> Ziele
Helmut Schmidt sagte einmal, dass jemand, der Visionen habe, zum Arzt gehen müsse. Auch vor diesem Hintergrund stehe ich dazu, Visionen zu haben. Ein vernünftiges und konstruktives Miteinander zum Wohle unserer Gemeinde Waldsolms. Dass dies möglich ist, haben wir alle gemeinsam bewiesen. Lassen wir uns trotz aller schlechten Nachrichten und Krisen nicht bange machen. Lassen Sie uns unser Waldsolms auch weiterhin sicher in die Zukunft steuern.
>Feuerwehr
Unterstützung der Feuerwehr. Dazu gehört neben einer zeitgemäßen Ausstattung auch Unterstützung und Sicherstellung der Einsatzbereitschaft durch Stärkung des Ehrenamts.
>Kinderbetreuung
Immer mehr Eltern benötigen immer früher einen Betreuungsplatz für ihre Kinder. Dieser Entwicklung müssen wir uns stellen und konsequent in unserer Kindertagesstätten investieren. Auch wenn wir jetzt schon eine überdurchschnittliche Versorgung haben, müssen wir weiter aktiv bleiben. Wir sind führend und müssen es bleiben.
>Vereine
Unsere Vereine sind aus Waldsolms nicht wegzudenken. Wir haben über 50 Vereine, die ein breitgefächertes Angebot bieten. Als Bürgermeister werde ich mich auch weiterhin für die Vereine stark machen.
>Finanzen
Vor 6 Jahren hatte ich mir auf die Fahnen geschrieben, für eine weiterhin solide Finanzpolitik zu sorgen. Gemeinsam mit allen Gremien ist dies gelungen. Trotz aller Krisen und dem stärksten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts seit dem zweiten Weltkrieg haben wir auch aktuell keinen einzigen Euro Kassenkredit. Auch wenn derzeit höhere Steuereinnahmen angekündigt werden, müssen wir auf dem Teppich bleiben. Die Kommunen, die jetzt unter den Rettungsschirm flüchten, geben ihre Selbstbestimmung auf. Dort möchte ich nie hin. Wir sind wir. Und wir in Waldsolms wollen und werden das Heft des Handelns in der Hand behalten.
>Netzwerk Waldsolms
Viele Freiwillige haben sich unter dem Motto "Netzwerk Waldsolms" zusammen geschlossen und bieten die vielfältigsten Hilfen an. Die Gemeinde unterstützt und vermittelt.
>Seniorenbetreuung
Auch in der Seniorenbetreuung haben wir viele ehrenamtlich Tätige. Diese bieten ein attraktives Angebot und werden in ihren Aktivitäten bestmöglichst unterstützt.
> Schnelles Internet für Waldsolms
Alle Fraktionen sind sich einig, dass schnelles Internet nicht nur wichtig sondern überlebenswichtig ist. Waldsolms hat die Weichen gestellt und bis spätestens im nächsten Frühjahr wird nach derzeitigem Planungsstand in allen unseren Ortsteilen schnelles Internet verfügbar sein.
>Erfolgreich durch die Krisen
Sicher können Sie es auch schon nicht mehr hören und lesen, wenn es wieder einmal um eine Krise geht. Doch leider haben wir seit 2009 Krisen erlebt, die wir früher für undenkbar hielten. Oder hätten Sie geglaubt, dass eine drohende Pleite einer Bank in den USA in unserer Region zum stärksten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts seit dem 2.Weltkrieg führen kann?
Das Umfeld war schwierig und unsere Gemeinde hat noch dazu ab dem 01.01.2009 auf die kaufmännische Buchführung umgestellt. Das heißt, auch Abschreibungen unseres Vermögens wie Dorfgemeinschafthäuser und Straßen belasten nun unser Ergebnis. Es hat sich mal wieder der Spruch: „Wenn’s kommt, dann richtig“, bewahrheitet.
Na ja, wenn er schon so anfängt, dann sieht’s auch in Waldsolms düster aus, werden Sie jetzt vielleicht denken. Deshalb die gute Nachricht vorweg: „Wir haben die Krise sehr gut überstanden und unser Vermögen vermehrt“.
In Waldsolms konnten wir in den Krisenjahren 2009 bis 2011 ein positives Ergebnis von rd. 159.000 € erzielen. Wenn man die nicht zahlungswirksamen Abschreibungen und Auflösungen von Sonderposten mit einbezieht, wurde sogar ein Plusbetrag von 1,7 Mio. € erwirtschaftet. Und in den drei Jahren wurden rd. 3,5 Mio. € investiert; dabei sind Reparaturen und Unterhaltungen nicht mit eingerechnet.
Sind Schulden gut oder schlecht?
Wie so oft im Leben kommt es darauf an. Wer sich verschulden muss, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, wird Schwierigkeiten haben, diese einmal zurück zu zahlen. Es gibt aber auch andere Beispiele. Nehmen wir den klassischen Häuslebauer. Könnte der ohne ein Darlehen aufzunehmen, bauen? Wenn dieser Zins und Tilgung aus seinem Einkommen zahlen kann, sind solche Schulden nicht bedenklich sondern ganz im Gegenteil notwendig für unsere Bauindustrie.
Auch mit der Pro Kopf Verschuldung ist es so eine Sache. Natürlich spiegelt eine hohe Pro Kopf Verschuldung auch einen hohen Schuldenstand wider. Gänzlich unberücksichtigt bleibt bei einer solchen Betrachtung aber, was auf der anderen Seite an Werten geschaffen wurde.
Nehmen wir den Häuslebauer, der irgendwann einmal ein Darlehen über 200.000 € aufgenommen hat. Heute beträgt der Schuldenstand noch 100.000 €. Bei 2 Personen, die in dem Haus leben, eine Pro Kopf Verschuldung von immerhin 50.000 €. Tatsächlich stehen diesen Schulden aber ein Wert des Hauses von 250.000 € entgegen. Also ein Pro Kopf Guthaben von 75.000 €.
Doch auch diese Betrachtung darf den Blick nicht davor verschließen, dass man von Werten in einer Bilanz nichts kaufen kann. Die Häuslebauer wollen ja weiter in ihrem Haus leben. Also scheidet ein Verkauf aus. Und die Bank möchte jeden Monat ihre Rate haben, bis das Darlehen zurückgezahlt ist.
Bei der Gemeinde ist das nicht anders. Auch wir haben Vermögenswerte, die eigentlich unverkäuflich sind. Oder würden Sie ein Dorfgemeinschaftshaus kaufen? Und dennoch stehen solche „Vermögenswerte“ – vorsichtig sprich: niedrig bewertet - in der Bilanz. Das muss auch so sein, damit wir erkennen, dass auch am Vermögen der Gemeinde der Zahn der Zeit nagt und irgendwann einmal eine Ersatzbeschaffung notwendig sein wird; ganz zu schweigen von Reparaturen und Unterhaltung.
Zurück zum Häuslebauer. Dieser wird alles daran setzten, dass das Darlehen und die Zinsen möglichst niedrig sind. Denn was an Zins und Tilgung jeden Monat gezahlt werden muss, kann nicht für etwas anderes ausgegeben werden. Und hier geht es der Gemeinde nicht anders.
In den Jahren 2009 bis 2011 hat die Gemeinde jährlich rd. 31.300 € Zinsen gezahlt und auf der anderen Seite 24.300 € Zinsen selbst erwirtschaftet. Unter dem Strich also 7.000 € Zinsaufwand pro Jahr. Pro Einwohner knapp 1,50 € pro Jahr. Ein Wert, der sich sehen lassen kann.
Gehen wir unter den Schutzschirm?
Oft höre ich, dass die Gemeinde doch viel mehr Schulden machen müsse. Denn das machen ja die meisten und denen wird dann irgendwann geholfen.
Da frage ich zurück: Führst Du Deinen Haushalt auch so, dass bald Peter Zwegat von RTL kommt und vor den Fernsehzuschauen versucht, Deine Finanzen zu retten? Natürlich nicht, lautet dann die Antwort. Aber warum sollten wir als Gemeinde genau das machen?
Im Lahn-Dill-Kreis werden vermutlich 2 Kommunen und der Landkreis selbst unter den Schutzschirm gehen. Die Begeisterung hält sich allerdings in Grenzen. Kürzlich war ein schöner Kommentar in der Wetzlarer Neuen Zeitung. Es ging um ein Ranking für Gemeinden. Dass es bald vorbei sein wird, dass sich Kommunen trotz Überschuldung Geld leihen können. Gut, dass wir diese Probleme nicht haben! Schauen wir nach Griechenland. Zu Recht werden dort auch unpopuläre Maßnahmen als Bedingungen für weitere Geldzahlungen eingefordert. Ich möchte keine griechischen Verhältnisse bei uns.
Wie geht es weiter?
Die Entscheidungsträger in unserer Gemeinde haben in den vergangenen Jahren über alle Fraktionen hinweg stets darauf geachtet, dass wir nicht über unsere Verhältnisse gelebt haben und genau dies hat uns in der oder den Krisen noch stärker werden lassen. Wir sind gut aufgestellt und werden - auch wenn es derzeit wieder ein wenig ruhiger wird – weiter ordentlich haushalten. Es ist schließlich Ihr Geld und es geht um unsere Gemeinde.